ISO

ISO Automotoveicoli, Bresso (MI)

Firmensitz:
Via Vittorio Veneto 24A
Bresso (MI)
(Fahrzeugbau 1948–1974; Werk Bresso mit eigener Teststrecke, 1971 Umzug nach Varedo)

ISO, Bild 14 von 14

Hinter dem Namen Iso steht ein Betrieb, der mehrfach das Fach gewechselt hat. Renzo Rivolta übernahm 1939 die Isothermos, einen Hersteller von Kühlgeräten und Heizkörpern bei Genua. Während des Kriegs zog die Fertigung nach Bresso vor den Toren Mailands, wo neben dem Familiensitz nach und nach die Werkhallen entstanden. Ab 1948 baute Rivolta Motorroller und leichte Motorräder, 1952 firmierte das Haus als Iso Autoveicoli. 1953 folgte die Isetta, der eiförmige Kleinwagen mit der Tür in der Front. In Italien blieb die Stückzahl bescheiden, dafür ging die Lizenz Ende 1954 nach München – als BMW Isetta wurde daraus ein Massenerfolg; weitere Lizenzen führten nach Frankreich (Velam) und Brasilien (Romi). 1954 erhielt das Werk eine eigene Prüfstrecke von rund 750 Metern mit überhöhten Kurven. Mit dem Rivolta GT wandte sich die Firma 1962 den grossen Gran Turismo mit amerikanischen V8-Motoren zu, ab 1965 kam der Grifo dazu. Nach dem Tod Renzo Rivoltas 1966 führte sein Sohn Piero das Unternehmen weiter; 1971 wurden die Hallen in Bresso verkauft und die Fertigung nach Varedo verlegt. 1974 war Schluss.

Das Fahrzeug

Die erhaltene Werkszeichnung ist auf den 17. Juni 1961 datiert. Das Haus firmierte damals als Iso S.p.A. Automotoveicoli und hatte seinen Verwaltungssitz in Mailand an der Corso Venezia 16.

Gebaut wurde ein Prototyp. Wofür er gedacht war, ist nicht geklärt: Die Auktionsdokumentation von 2021 beschreibt ihn als leichten Transporter für die Landwirtschaft, und amtlich ist er als «Autocarro» – als Nutzfahrzeug – zur privaten Nutzung zugelassen; seine militärische Aufmachung deutet in eine andere Richtung. Bewiesen ist der Verwendungszweck damit nicht: Auch ein Vorführwagen fürs Militär wäre zivil zugelassen worden. Widersprechen muss sich beides ohnehin nicht – dasselbe Fahrzeug kann dem Militär angeboten und später anders eingeordnet worden sein.

Das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 100001 hat einen 500 Kombi Motor und Einzelradaufhängung wie beim 2CV.

Der Konstrukteur

Gezeichnet wurde das Fahrzeug von Pierluigi Raggi (1924 – Mailand, 7. Juli 2012). Die Werkszeichnung in der Sammlung trägt im Feld des technischen Büros seine Unterschrift.

Raggi kam aus der Luftfahrttechnik und arbeitete lange für ISO in Bresso, wo er die Konstruktion leitete. Bekannt wurde er vor allem durch die Isetta: Ermenegildo Preti legte die Grundzüge des Fahrzeugs fest und übergab Raggi den Entwurf von Karosserie und Rahmen. Später arbeitete er an den Sportwagen der Marke mit, unter anderem am Fahrgestell des Rivolta GT.

Fiat 500
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