Abarth
Abarth & C S.p.A., Torino
Sitz und Werk:
Corso Marche 38
Torino
So steht die Anschrift auf dem Prospekt «Abarth 595/SS».
Abarth & C. wurde am 31. März 1949 in Bologna gegründet, von Carlo Abarth und dem Cisitalia-Rennfahrer Guido Scagliarini. Carlo Abarth, 1908 als Karl Albert Abarth in Wien geboren, war zuvor Motorradrennfahrer und hatte bei Cisitalia gearbeitet; als dieses Unternehmen scheiterte, übernahm er dessen Material. Das Wappentier ist der Skorpion — sein Sternzeichen.
Ihr Geld verdiente die Firma nicht mit Rennwagen, sondern mit Auspuffanlagen und Umbauteilen für Serienwagen von Fiat, Lancia, Simca und Cisitalia: 1962 arbeiteten 375 Leute bei Abarth und lieferten 257’000 Auspuffe, rund zwei Drittel davon ins Ausland. Nach dem Umzug von Bologna nach Turin — die Angaben schwanken zwischen 1949 und 1951 — bezog sie 1958 das Werk an der Corso Marche 38, die Anschrift auf diesem Prospekt.
Mit Fiat arbeitete Abarth seit 1952 zusammen; von 1957 an zahlte Fiat Prämien für Rennerfolge. Am 31. Juli 1971 verkaufte Carlo Abarth die Firma an Fiat, bekannt gegeben wurde der Verkauf am 15. Oktober; die Rennabteilung und die übrigen Fahrzeuge übernahm der frühere Abarth-Mechaniker Enzo Osella. 1981 gab Fiat den Firmennamen auf und führte ihn 2007 als Abarth & C. S.p.A. wieder ein. Carlo Abarth war 1979 in Wien gestorben.
Die Abarth auf Fiat-500-Grundlage
Abarth verkaufte vor allem Umbauten: Aus einem Fiat 500 wurde in Turin ein Abarth 595. Vorgestellt wurde der 595 Ende Oktober 1963 am Turiner Salon; er entstand in zwei Reihen — bis 1965 auf der Karosserie des 500 D, danach auf der des 500 F — und blieb bis Ende 1971 im Angebot. Im Februar 1964 kam der 595 SS dazu, im März 1964 zeigte Abarth in Genf ausserdem den 695 mit 689 cm³.
Der Prospekt in diesem Archiv stellt drei Ausführungen nebeneinander: 595, 595 SS und 595/34. Gemeinsam sind ihnen der Zweizylinder mit 593,707 cm³ (73,5 × 70 mm), das Gewicht von 500 kg und der Aufbau als viersitzige Limousine. Der 595 leistet 27 CV DIN bei 5000/min und läuft 120 km/h, die beiden anderen 32 CV DIN und 130 km/h. Unterschieden sind sie am Vergaser — C28PBJ gegen 34PBIC — und an den Reifen, 125 × 12" gegen wahlweise 135 × 12". Gegen Aufpreis nennt das Blatt unter anderem Halbwellen mit Kreuzgelenk, Scheibenbremsen vorn, ein Abarth-Instrumentenbrett, ein Holzlenkrad und eine Renn-Auspuffanlage.
Was die Zahl 34 im Namen 595/34 bedeutet, steht weder auf dem Blatt noch in den erreichbaren Quellen; im Prospekt teilt diese Ausführung alle Angaben mit dem 595 SS.