Die CARROZZERIA BOANO entstand 1954 in Grugliasco bei Turin. Mario Felice Boano gründete sie zusammen mit seinem Sohn Gian Paolo. Bekannt wurde der Betrieb vor allem durch den Ferrari 250 GT, der nach ihm benannt ist – für den Fiat 500 blieb er nur wenige Jahre wichtig, und doch stammt von hier der erste Strandwagen auf dieser Grundlage.
1957 brachte Boano die «500 Spiaggia» heraus. Zwei Wagen wurden berühmt: der von Gianni Agnelli und der von Aristoteles Onassis.
Die Firma
Mario Felice Boano kam von den Stabilimenti Farina und wechselte 1930 zu Pininfarina. 1954 machte er sich mit seinem Sohn Gian Paolo selbständig, der zuvor bei Ghia gearbeitet hatte. In Grugliasco entstanden in wenigen Jahren einige bedeutende Karosserien, darunter der Ferrari 250 GT Boano.
1957 wechselte Mario Boano zu Fiat und übernahm dort die Leitung des Stilzentrums. Der eigene Betrieb bestand noch bis 1959. Die Fertigung des Strandwagens ging anschliessend an die Carrozzeria Savio in Moncalieri über, die ihn als «Spider Elegance» bis 1962 weiterbaute.
Die Fahrzeuge
Die «500 Spiaggia» war ein offener Wagen ohne Türen, gedacht für den Weg vom Boot zum Haus. Die Karosserie bestand aus Aluminium, umlaufend mit Holzleisten besetzt; die Sitze waren aus Korbgeflecht, damit sie nass werden durften. Das Fahrgestell des Fiat 500 wurde verlängert.
Nach Alessandro Sannia baute Boano den Wagen in Serie, nicht als Einzelstück – berühmt wurden nur die beiden ersten. Wie viele es waren, ist nicht bekannt. Unter dem Namen Spider Elegance lief die Fertigung bei Savio weiter.
Die beiden berühmten Wagen
Der Wagen von Gianni Agnelli, Fahrgestellnummer 031853, trug das Turiner Kennzeichen TO 259879. Agnelli hielt ihn an der Villa Leopolda an der Côte d’Azur und fuhr ihn bis 1973; danach schenkte er ihn seinem langjährigen Fahrer, von dem er an einen Freund der Familie ging. Der Wagen blieb unberührt erhalten und stand 2018 am Concorso d’Eleganza Villa d’Este.
Der Wagen von Aristoteles Onassis trug das Kennzeichen TO 259880 – die unmittelbar folgende Nummer. Von ihm stammt die bekannte Aufnahme mit Winston Churchill auf dem Beifahrersitz. Sein Verbleib ist offen.