Jungla
Der Jungla ist das einzige Savio-Modell auf diesen Seiten, das in grosser Zahl gebaut wurde – und wie die übrigen steht er auf dem Fiat 500. Vorgestellt wurde der Wagen am Turiner Salon 1965, zunächst unter dem Namen «Giungla». Die Karosserie ist offen und kantig, die Frontscheibe lässt sich nach vorn umlegen, das Reserverad hängt am Heck; bis 1969 waren die Türen aus Stoff, danach aus Blech.
Gebaut wurde der Jungla bis 1974. Allrad hatte er nie – angetrieben werden nur die Hinterräder. Gekauft haben ihn nicht nur Privatleute: Der Jungla fuhr bei der Elektrizitätsgesellschaft ENEL, bei der Telefongesellschaft SIP, bei der Forstwacht und bei den Carabinieri. Ein Jahr nach dem Jungla kam aus Turin der Ferves Ranger.
Jungla 126
Später baute Savio den Jungla auch auf anderen Fahrgestellen: auf dem Autobianchi A112, dem Fiat 124 und dem Fiat 126. Der Fiat 126 bleibt dem Fiat 500 nahe – er übernahm dessen luftgekühlten Zweizylinder, im Hubraum auf 594 cm³ vergrössert.
Der Originalprospekt nennt das Fahrzeug «jungla 126 Savio» und wirbt mit dem Satz «La grande versatilità di impiego fa della Jungla un moderno veicolo per l’industria e per il tempo libero» – die grosse Vielseitigkeit mache den Jungla zu einem modernen Fahrzeug für die Industrie und für die Freizeit. Auf der Rückseite stehen die Firmenanschrift an der Via C. Corradino 8 in Borgo San Pietro und der Hinweis, dass die Wagen in ganz Italien über die Fiat-Vertragshändler verkauft werden.
Der Aufbau ist ein Torpedo mit vier Plätzen; Bodenplatte und Karosserie bestehen aus kräftigem Stahlblech. Die beiden Türen sind aus leichten Stahlrohren und wasserdichtem Segeltuch gefertigt und lassen sich leicht abnehmen, die Frontscheibe klappt nach vorn auf die Haube. Vorn stehen zwei Einzelsitze, hinten eine durchgehende Bank. Zum Fahrzeug gehören ein Verdeck aus wasserdichtem Gewebe mit umklappbarem Metallgestell, ein Reserverad sowie Werkzeugtasche und Wagenheber in der vorderen Haube. Geheizt wird mit Warmluft aus dem Kühlkreis des Motors.
Technische Daten Jungla 126
| Motor | Zweizylinder in Reihe, luftgekühlt über Radialgebläse, im Heck |
|---|---|
| Hubraum | 594 cm³ |
| Bohrung × Hub | 73,5 × 70 mm |
| Leistung | 23 PS (DIN) |
| Ventilsteuerung | obenliegende Ventile, Kurbelwelle in zwei Lagern |
| Getriebe | vier Gänge und Rückwärtsgang, vierter als Schnellgang; zweiter, dritter und vierter synchronisiert |
| Achsantrieb | Übersetzung 8/39, mit dem Differential im Getriebegehäuse |
| Bremsen | hydraulisch auf alle vier Räder, zwei getrennte Kreise, selbsttätige Nachstellung |
| Vorderachse | Einzelradaufhängung, quer liegende Blattfeder, Teleskopstossdämpfer |
| Hinterachse | Einzelradaufhängung, Schraubenfedern, Schwingarme, Teleskopstossdämpfer |
| Räder | Scheibenräder 4 × 12", Reifen 135-12 radial |
| Tank | rund 21 Liter, vor der Hinterachse |
| Elektrik | 12 V, Lichtmaschine 230 W, Batterie 34 Ah |
| Leergewicht | 550 kg fahrbereit, mit Reserverad, Werkzeug und Zubehör |
| Nutzlast | vier Personen und 40 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | über 105 km/h |
| Steigfähigkeit | 25 % |
| Neigungswinkel | 35° |
| Länge | 3025 mm |
| Breite | 1380 mm |
| Höhe | 1380 mm |
| Radstand | 1840 mm |