Giovanni Salvati
1941–1971 · aus der Formula Monza in die Formel 2
Geboren 1941 in Castellammare di Stabia. Sein Vater Narciso führte dort eine Tankstelle mit angeschlossenem Reifenhandel — dort sah der Junge die schnellen Wagen vorbeifahren. Mit neunzehn zog die Familie nach Mailand, wo der Vater ein neues Geschäft für Reifen und Ersatzteile eröffnete.
Der Anfang: Formula Monza 875
1965, mit vierundzwanzig, setzte er sich in einen Formula Monza 875 — die Klasse, die als Sprungbrett zur Formel 3 gedacht war. 1966 wurde er Dritter der Gesamtwertung des Trofeo Cadetti.
Pippo Bianchi nannte ihn einen «Ritter des Risikos». 1967 wechselte er in die Formel 850, auf einem handgebauten Zambardieri.
Formel 3 — und das Jahr 1970
1969 gab er sein Debüt in der Formel 3 — gleich mit einer Pole-Position.
1970 wurde sein Jahr. Er gewann die italienische Formel-3-Meisterschaft auf einem Tecno-Ford, mit vier Grand-Prix-Siegen — zwei davon in Monza, seiner liebsten Strecke — und zwei zweiten Plätzen. Er gewann auch in Übersee, in Tarumã in Brasilien. Für diese Saison erhielt er den «Casco d’oro» der Autosprint als bester italienischer Fahrer des Jahres. Zum Saisonende fuhr er erstmals Formel 2 — und gewann in Monza.
Formel 2, 1971
Kurz bei Abarth, dann bei der Scuderia Ala d’oro auf einem March 712M mit Cosworth-Motor. Beim Grossen Preis von Imola wurde er Zweiter hinter Carlos Pace — vor Emerson und Wilson Fittipaldi, François Cevert und Carlos Reutemann.
Im September 1971 ging er zur Scuderia Aquilino-Branca und gewann die Coppa Agip in Monza. Graham Hill verpflichtete ihn daraufhin als ersten Fahrer seines neuen Rennstalls Lola-Embassy für 1972.
Tarumã, 14. November 1971
Beim Turnier der brasilianischen Formel 2 verunglückte er im zweiten Lauf bei einem Überholversuch beim Bremsen — auf derselben Strecke, auf der er im Jahr zuvor gewonnen hatte. Die Leitplanken standen zu nah an der Fahrbahn, Splitt lag auf dem Asphalt. Er wurde dreissig Jahre alt.
Der Schwede Ronnie Peterson, der ihm wenige Wochen zuvor einen Sieg abgenommen hatte, sagte über ihn: «Ein wahrer Meister rechnet nicht, er kämpft um den Sieg und nicht um Punkte, wie Salvati.»
Die Scuderia
Zu seinem Andenken entstand in Mailand die Scuderia Salvati. Sie geht auf seinen Vater Narciso und seinen jüngeren Bruder Adriano zurück; genannt werden auch Freunde und Förderer, darunter der Journalist Vittorio Gargiulo. Adriano Salvati steht ihr bis heute vor. Ihr bekanntester Zögling ist Michele Alboreto.
In der Nennliste der ersten Coppa Cadetti 875 Monza vom Mai 1965 steht er mit der Startnummer 33 — auf einer Ambivero, ohne Scuderia.