Laika
LAIKA
Produktion: Tavarnelle Val di Pesa (Firenze)
Büro: Via Guido Monaco 32, Firenze
Die Geschichte der italienischen Traditionsmarke Laika Caravans ist eng mit dem Geist des Aufbruchs und der Raumfahrtbegeisterung der 1960er-Jahre verbunden.
🚀 Die Anfänge von Laika (1964)
Laika wurde 1964 von Giovambattista Moscardini in Tavarnelle Val di Pesa in der Toskana gegründet. Der heutige Sitz in San Casciano in Val di Pesa kam erst im Februar 2016 dazu.
Name & Logo: Moscardini war fasziniert von der Weltraumforschung. Er benannte das Unternehmen nach der Hündin Laika, dem ersten Lebewesen im Erdorbit (1957). Als Zeichen wählte er einen roten, geflügelten Windhund. Daneben führte Laika von Anfang an den Schriftzug LAIKA in Fahrtstreifen, wie ihn Prospekte und Briefkopf tragen — dieser steht auch hier oben auf der Seite.
Philosophie: Ziel war es, kompakte, futuristisch gestaltete und extrem funktionale Wohnwagen zu bauen, die auch von kleinen italienischen Autos gezogen werden konnten.
🛠️ Der legendäre Laika 500 (1964)
Der Laika 500 war das allererste Modell des Herstellers und eine echte Konstruktionsinnovation im Campingbereich.
Besonderheiten & Technik:
- Entwickelt für den Fiat 500: Der Kleinwagen Fiat 500 prägte damals das Strassenbild Italiens, besass aber nur sehr wenig Motorleistung. Der Laika 500 wurde so leicht und aerodynamisch konstruiert, dass er problemlos von einem Fiat 500 gezogen werden konnte.
- Absenkbares Teleskopdach: Das Herzstück war der mechanische Hub- bzw. Teleskop-Mechanismus. Während der Fahrt liess sich der obere Teil des Wohnwagens absenken:
- Höhe geschlossen (Fahrt): ca. 1,55 m
- Höhe geöffnet (Stand): ca. 2,25 m (volle Stehhöhe im Innenraum)
- Leichtbau: Der Werksprospekt nennt eine einzige Zahl: 300 kg voll beladen. Ein Leergewicht ist nirgends überliefert.
- Raumwunder: Trotz der Masse (Aufbaulänge ca. 2,31 m) bot der Wagen Schlafplätze für bis zu 3 Personen (ein Doppelbett und ein Kinderbett) sowie einen Küchenschrank.
🏔️ Der Laika 1000
Auf den Erfolg des Laika 500 folgte kurz darauf das grössere Modell Laika 1000.
- Konzept: Während der Laika 500 auf das absolute Minimum für den Fiat 500 zugeschnitten war, richtete sich der Laika 1000 an Familien und Besitzer etwas leistungsstärkerer Zugfahrzeuge (wie z. B. den Fiat 1100 / 1000er-Klasse).
- Mehr Komfort: Der Laika 1000 bot deutlich mehr Innenraum, eine erweiterte Küchen- und Schrankausstattung sowie eine grössere Steh- und Liegefläche.
- Bauweise: Auch hier vertraute Laika auf die abgerundete, gut isolierte GFK-Leichtbauweise (Glasfaserverstärkter Kunststoff), die bis heute als Markenzeichen historischer Laika-Anhänger gilt.
🚐 Weiterentwicklung der Marke
- 1977 – Das erste Reisemobil: Nach den erfolgreichen Wohnwagen-Serien stieg Laika mit dem Modell Motorpolo in den Markt der motorisierten Wohnmobile ein.
- 1992 – Serie Ecovip: Mit der Vorstellung der legendären Ecovip-Reihe etablierte sich Laika endgültig im Premium-Segment.
- Seit 2000: Laika gehört zur deutschen Erwin Hymer Group. Die Produktion findet weiterhin in San Casciano in Val di Pesa in der Toskana statt.
Laika in Frankreich
Vertrieben wurde Laika in Frankreich über C.M.C., 55 rue de Bretagne in Paris, als caravanes télescopiques. Die Anzeige führt eine Auszeichnung auf: den Oscar 1965 des Salon International de la Nature. Gezeigt wurde an den Salons du Caravaning in Le Bourget und an der Porte de Versailles.
Der Briefkopf
Die Rückseite des Prospekts trennt Werk und Kontor: Stabilimento Tavarnelle Val di Pesa (Firenze) und Direzione commerciale, Via Guido Monaco 32, Firenze. Klein am Fuss: gedruckt bei Grafiche Nencini in Poggibonsi, die Aufnahmen von Foto Mario, Florenz.