Katamar
Firmensitz:
S.p.A. Edoardo Bianchi
Milano-Taliedo
(Bianchi Nautica, gemäss Prospekt April 1958)
Das Motorboot Katamar war ein kurzer Ausflug der Mailänder S.p.A. Edoardo Bianchi in den Freizeitbootbau. Bianchi war für Fahrräder, Motorräder und Automobile bekannt; der Bootsbereich wurde als Bianchi Nautica von Giuseppe Bianchi, dem Sohn des Firmengründers Edoardo, aufgebaut. Der Verkauf begann 1957. Der Prospekt, der diesem Beitrag zugrunde liegt, stammt vom April 1958.
Der Anspruch
Beworben wurde der Katamar als «l’imbarcazione a motore costruita in plastica più venduta nel mondo!» – das meistverkaufte Motorboot aus Kunststoff der Welt.
Technische Angaben laut Prospekt
| Rumpf | Polyesterharz, laminiert und geformt auf einem Gewebe aus Glasfaser; Doppel-Torpedorumpf (scafo a doppio siluro) |
|---|---|
| Länge | 3,25 m |
| Breite | 1,30 m |
| Gewicht Rumpf | 72 kg |
| Motor | Zweitakter, 125 cm³, 20 kg |
| Leistung | 4,5 CV |
| Geschwindigkeit | 18 km/h |
| Standfläche | 2 m² frei für die Passagiere |
| Preis | L. 245’000 F.F. |
Motor und Antriebseinheit wurden ohne Schrauben, Bolzen und Flügelmuttern angebaut. Der Prospekt hebt die Manövrierfähigkeit auch in flachem Wasser hervor sowie den einfachen Transport – das Boot liess sich auf dem Autodach mitnehmen.
Vertrieb und Zielgruppe
Verkauft wurde ab Werk sowie über Kommissionäre. Für Turin und die Provinz war Borgarello zuständig, Via Camerana 2 an der Ecke Corso Vittorio Emanuele 57.
Das Inserat wirbt mit Fahrten auf Flüssen, Seen und im offenen Meer und nennt als Zweck Fischen, Jagd, Freizeit und Baden – gedacht für das aufstrebende italienische Bürgertum der Wirtschaftswunderjahre, das ein bezahlbares, leichtes Motorboot suchte.
Das Ende
Der Verkauf blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Die Verluste waren so hoch, dass Bianchi das Bootsgeschäft nach kurzer Zeit wieder aufgab.
Quellen
Prospekt der S.p.A. Edoardo Bianchi, Milano-Taliedo, April 1958 (Uff. Pubblicità E. Bianchi) · Zeitungsinserat der Kommissionärin Borgarello, Turin · F.I.V. Edoardo Bianchi auf Wikipedia