Voxson
Voxson – Fabbrica Apparecchi Radio e Televisione S.p.A., Rom
Sitz und Werk:
Via di Tor Cervara 286
Rom
(1960–1987)
Voxson geht auf die Fabbrica Apparecchi Radio e Televisione (FART) zurück, die Armando Boccia und Aldo Marcucci im Dezember 1951 in Rom als kleinen Betrieb an der Via Crescenzio gründeten. 1952 stieg der Ingenieur Arnaldo Piccinini ein, der zuvor bei Autovox gearbeitet hatte; ab 1954 besass er die Mehrheit, und die Geräte kamen unter dem Namen Voxson auf den Markt.
Die Firma – ab 1958 FARET S.p.A., ab 1969 Voxson S.p.A. – baute Radios, Fernseher und Autoradios und bezog ab 1960 ein neues Werk an der Via di Tor Cervara im Osten Roms, wo in den 1960er-Jahren bis zu 2400 Menschen arbeiteten. Bekannte Autoradios waren das Vanguard, ein Transistorgerät im Innenspiegel, und das Sonar mit Stereo-8-Abspielgerät, das 1967 am Pariser Autosalon vorgestellt wurde.
1971 übernahm die britische EMI die Hälfte, später die Mehrheit; 1975 ging die Firma an eine Gesellschaft in Liechtenstein. Nach dem Produktionsstillstand um 1980 folgte ein langes Insolvenzverfahren, 1987 wurden die letzten 1353 Beschäftigten entlassen. Die Marke ist heute nicht mehr aktiv.
Voxson und der Fiat 500
Das kleine Autoradio Voxson Junior hatte einen herausziehbaren Einschub und passte laut Voxson-Werbung in den Aschenbecherschacht. Für den Fiat 500 gab Voxson 1968 eine eigene Einbauanleitung für die Modelle Junior 901 und 902 heraus.
Geräte von Voxson
Tourist 790
Voxson bewarb das Tourist 790 ausdrücklich für kleine Wagen wie den Fiat 500: Es liess sich im Armaturenbrett oder darunter einbauen. Es empfing Mittelwelle, leistete 2,5 Watt und arbeitete mit drei Röhren und zwei Transistoren an 12 Volt. Gebaut 1964, Preis 39’000 Lire.
Vanguard 736 · 737 · 738
So unterscheidet man Vanguard 736, 737 und 738
- 736: Mittelwelle 520–1600 kHz, nur 12 Volt (0,5 Ampere).
- 737: Mittelwelle 520–1600 kHz, 6 oder 12 Volt (1 Ampere).
- 738: Mittel- und Langwelle (155–250 kHz), 6 oder 12 Volt (1 Ampere).
- Alle drei sind volltransistorisiert, haben eine eingebaute Ferritantenne und leisten 2,5 Watt.
- Alle drei haben einen Hebel: beim 736 und 737 schaltet er die Beleuchtung, beim 738 den Wellenbereich (Mittel- oder Langwelle). Die Skala ist für Mittelwelle beschriftet und dient auf Langwelle nur als Anhaltspunkt.
- Beim 737 und 738 wird die Bordspannung (6 oder 12 Volt) mit einem Stecker hinten am Lautsprecher- und Verstärkerteil gewählt; ein Stecker erlaubt auch, die Polarität der Masse zu wechseln (Technisches Bulletin Nr. 379).
Vanguard – Fassung Murphy
Diese Ausführung des Vanguard trägt den Namen Murphy und hat eine Skala in Metern für Mittel- und Langwelle. Der zugehörige Lautsprecher- und Verstärkerteil läuft wahlweise an 6 oder 12 Volt, mit Plus oder Minus an Masse. Wellenbereiche und Bordspannung entsprechen damit dem Modell 738.
Vanguard 737 N
Beim Vanguard ersetzt das Bedienteil mit Skala und Knöpfen den Innenspiegel; sein Drehzapfen passt auf die Spiegelhalterung der FIAT 500, 600 und 1100. Eine Ferritantenne ist eingebaut, eine Aussenantenne und die Bohrung dafür entfallen. Lautsprecher und Endstufe sitzen in einem eigenen Gehäuse unter dem Armaturenbrett. Das Gerät hat 6 Transistoren und 2 Dioden, empfängt Mittelwelle von 520 bis 1600 kHz, leistet etwa 2 Watt und nimmt etwa 1 Ampere auf. Es läuft an 6 oder 12 Volt, mit Minus oder Plus an Masse; das Spiegelteil selbst arbeitete mit 6 Volt. Die Einbauanleitung zeigt den Einbau im Fiat 500 D, im Fiat 600 D, in der Autobianchi Bianchina und im NSU Prinz.
So unterscheidet man die Tanga NS
Die Tanga NS gab es in vier Farben, jede für einen Wellenbereich: rot für Mittelwelle, gelb für Langwelle, grün für UKW, blau für UKW mit vier speicherbaren Sendern. Das Taschenteil wird aus dem fest eingebauten Grundteil gezogen und lässt sich mit einem Netzteil auch zu Hause betreiben.
Tanga NS Neo Rosso
Nur Mittelwelle, 12 Volt, Kunststoffgehäuse, externer Lautsprecher. Gebaut 1977 bis 1980. Gestaltet von Rodolfo Bonetto.
Tanga NS Neo Verde
Nur UKW, 12 Volt, 4,7 Watt. Kunststoffgehäuse, geliefert mit Ledertasche und Halterung. Gebaut 1980. Gestaltet von Rodolfo Bonetto.
RA 2000
Das RA 2000 bot Voxson als «autoradio portatile» an: ein herausnehmbares Mittelwellen-Autoradio (520–1620 kHz), das sich zum Kofferradio umwandeln liess. Im Auto lief es an 12 Volt mit 4 Watt, als Kofferradio mit sechs 1,5-Volt-Batterien und 280 Milliwatt. Die Schaltung war volltransistorisiert mit zwei integrierten Schaltungen; zum Lieferumfang gehörte eine Halterung für den Einbau unter dem Armaturenbrett.
Zephyr 4 mit Hülle «Zephyr marina»
Das Zephyr 4 war ein volltransistorisiertes Taschenradio für Mittelwelle mit sechs Halbleitern und einem 8-cm-Lautsprecher; es lief mit sechs 1,5-Volt-Batterien und wog 0,65 kg. In die wasserdichte Hülle «Zephyr marina» eingelegt, liess es sich auf dem Boot weiter bedienen. Voxson gab die Hülle als international patentiert an. Das abgebildete Gerät trägt noch seinen damaligen Verkaufspreis: 25’000 Lire.
Garantieschein
Garantieschein für Voxson-Autoradios. Die Garantie galt sechs Monate ab dem Kauf und wurde in der Regel von der Servicestelle des Händlers geleistet, der das Gerät verkauft hatte.